Olena Vasylchenko (Universität Wien) stellte das Analyseinstrument ELA vor. Das Analyseinstrument ELA befasst sich mit der Erfassung früher literaler Aktivitäten in Ukrainisch und Deutsch und fördert die zwei- bzw. mehrsprachige Literalität von Schulkindern (Atmaca et al. 2023). Die Aktualität dieses Themas ist dadurch zu erklären, dass im Jahr 2022 ein starker Anstieg von Flüchtlingskindern und -jugendlichen aus der Ukraine im österreichischen Bildungssystem verzeichnet wurde (APA 2023). Die Schülerinnen und Schüler mussten eine neue Fremdsprache lernen und sich an die neuen Schulfreund:innen und Lehrer:innen gewöhnen mussten. ELA stellt Analysemöglichkeiten von geschriebenen Texten im Primarschulalter zur Verfügung mit dem Ziel, einen Zugang zur kindlichen Kreativität zu finden, sich in die Vorstellungs- und Schreibwelten der Kinder hineinzuversetzen, literale Aktivitäten im Deutschen und Ukrainischen zu erfassen und die Aneignung des Deutschen als Zweitsprache von ukrainischen Grundschulkindern im schriftsprachlichen Bereich zu fördern. Die zentrale Frage, die im Fokus der Betrachtung steht, lautet: Was bringen die Kinder sprachlich aktiv mit? Mit Hilfe von einem Bildimpuls werden die Schüler:innen zu einer Schreibaktivität ermutigt, wobei die Interaktion der Sprachen und alle Ressourcen, die ihnen zur Verfügung stehen, zugelassen werden. Dadurch werden sprachliche bzw. literale Potentiale sichtbar, welche oft in den in der Familiensprache verfassten Texten versteckt bleiben. Darüber hinaus könnten die Analyseergebnisse auf Grundlage von ELA in der schulischen Umsetzung eine Unterstützung dabei sein, die pädagogische Brille zu wechseln: und zwar weg von einem monolingual- und defizitorientierten Blick hin zu einem multilingual- und ressourcenorientierten.


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